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Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar

KinderPalliativNetzwerk Essen ruft zu mehr Solidarität auf

8. Februar 2024 Pflege

Zum bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit am 10.2. ruft das KinderPalliativNetzwerk Essen (KPN) unter der Trägerschaft der Caritas-SkF-Essen gGmbH und des Universitätsklinikums Essen zu mehr Solidarität mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen und deren Familien auf. Leuchtend grüne Bänder sind an diesem Tag deutschlandweit ein Zeichen dafür.

„Lebensverkürzend erkrankt zu sein heißt zwar, mit dem Tod auf Sichtweite zu sein, aber in allererster Linie heißt es Leben“, so Inge Pleiss vom KPN. „In unserer Gesellschaft sind Sterben und Tod immer noch tabuisiert, zumal, wenn es sich um Kinder und junge Menschen handelt. Umso notwendiger ist es, dass sich alle solidarisch zeigen: Freunde und Verwandte, Nachbarn und Bekannte sowie Experten und Expertinnen in den verschiedenen Bereichen der Hospizarbeit.“

Sichtbare Zeichen der Solidarität 
Jeder kann ganz persönlich zu mehr Offenheit im Umgang mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen und den Familien beitragen. „Solidarität können wir üben“, weiß Inge Pleiss. „Offen zuhören, in Kontakt bleiben oder neu miteinander ins Gespräch kommen – das alles hilft dabei, Berührungsängste und Unsicherheiten zu überwinden.“ Am Tag der Kinderhospizarbeit sind grüne Bänder ein Zeichen der Solidarität: Sie lenken die Aufmerksamkeit auf lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche und deren Familien. Betroffene und ihre Familien werden sichtbarer.

„Mit dem grünen Band zeigen wir, dass wir nicht wegsehen, nicht ignorieren, nicht schönreden, sondern die betroffenen Kinder und jungen Menschen und ihre Familien sehen und sie mit Ihren Bedürfnissen und Wünschen ernst nehmen und unterstützen“, so Andreas Bierod, Geschäftsführer der Caritas-SkF-Essen gGmbH. Grüne Bänder, ob an die Mütze oder den Rucksack geheftet, ob ans Autofenster geklebt oder ins Schaufenster gelegt, ob als Stirnband oder Armband, zeigen den Familien, dass sie nicht alleine sind. 

Das Ehrenamt: Solidarität ganz praktisch
Solidarisch handeln heißt auch, Kinderhospizarbeit durch ehrenamtliche Mitarbeit zu unterstützen. Martin Gierse, Vorstand des Diakoniewerks Essen und bis 2022 Geschäftsführer des Deutschen Kinderhospizvereins e.V., macht sich für das Ehrenamt stark: „Ein Ehrenamt in der Kinderhospizarbeit ist eine zutiefst sinnstiftende, abwechslungsreiche und bereichernde Aufgabe“, so Gierse.

Ein Beispiel: Reitpädagogin Maja Obermöller vom Verein Moosbachtal e.V. und selbst Ehrenamtliche beim KPN hat in 2022 das Pferdeflüstern für Geschwister von Kindern und Jugendlichen mit einer lebensverkürzenden Erkrankung ins Leben gerufen: „In unserem Verein möchten wir Kindern, denen es aus verschiedenen Gründen nicht so gut geht wie uns, ermöglichen, Freude an den Tieren zu erleben“, erklärt Obermöller. 

Das Angebot wurde in 2023 auch für die erkrankten Kinder und Jugendlichen selbst und ihre Familien geöffnet. Die Lebenswirklichkeit von Familien mit Kindern und Jugendlichen, die lebensverkürzend erkrankt sind, ist von ständiger Wachsamkeit und Vorsicht geprägt. „Das Pferdeflüstern spricht die Teilnehmenden auf verschiedenen Ebenen an: Der Kontakt zu Pferden und anderen Tieren unterstützt körperlich und emotional, vermittelt Sicherheit und baut Stress und Ängste ab. Und wenn wir ein Lachen in die Gesichter zaubern, erfüllt uns das mehr, als ich beschreiben kann“, so Obermöller. Die Teilnehmenden können sich im geschützten Raum der Gruppe öffnen und sich wohlfühlen. Methoden aus der sozialen Gruppenarbeit und der Reitpädagogik kommen bei dem Projekt zum Einsatz.

Der Wirkungsbereich der Ehrenamtlichen beim KPN ist vielfältig: Sie betreuen die erkrankten Kinder sowie deren Geschwister, entlasten die Familienmitglieder im Alltag durch „Kindersitting“ oder einem Einkauf, so dass diese mehr Zeit für sich und füreinander haben. Schließlich stehen sie den Familien in Abschieds- und Trauersituationen zur Seite. Wer an einem Ehrenamt in der Kinderhospizarbeit interessiert ist, kann sich per EMail an kinderpalliativnetzwerk@cse.ruhr wenden.

Über das KinderPalliativNetzwerk Essen
Das KPN in Trägerschaft der Caritas-SkF-Essen gGmbH und des Universitätsklinikums Essen ist im Ruhrgebiet eine zentrale Anlaufstelle für Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es bietet den Familien Begleitung von der Diagnose bis über den Tod des Kindes hinaus. Zu seinen ambulanten Angeboten gehören: Ambulanter Kinderhospizdienst, Psychosoziale Beratung, Pflegeberatung & Versorgungskoordination, das KinderPalliativTeam (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Kinder) sowie Trauerbegleitung.

Wer mehr wissen möchte zur Arbeit des KPN, kann sich im Internet auf der Seite des KPN informieren oder in den Podcast „verabRedet am Ende des Lebens II“ reinhören. Sarah Hermes und Maike van Ackern, Mitarbeiterinnen der Caritas-SkF-Essen gGmbH, sprechen mit Inge Pleiss, Stefanie Rhein und Simone Urban-Rathai vom KPN. 

Die Arbeit des KPN ist – wie Kinder- und Jugendhospizarbeit allgemein – auf Spenden angewiesen. Nur so kann das KPN den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzender Erkrankung und ihren Familien die Gewissheit bieten, dass es verlässlich und langfristig an ihrer Seite sein wird. 

Spendenkonto
Caritas-SkF-Essen gGmbH
Bank im Bistum Essen eG
IBAN DE58 3606 0295 0096 8000 45 | BIC GENODED1BBE
Verwendungszweck: KinderPalliativNetzwerk Essen

Bildunterschriften:

Foto Martin Gierse / Andreas Bierod:  Martin Gierse, Vorstand des Diakoniewerks Essen und bis 2022 Geschäftsführer des Deutschen Kinderhospizvereins e.V., und Andreas Bierod, Geschäftsführer der Caritas-SkF-Essen gGmbH, bekunden am Tag der Kinderhospizarbeit gemeinsam ihre Solidarität für Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihre Familien. (v.l.n.r.)

Foto Pferdereiten: Der Verein Moosbachtal e.V. unterstützt das KinderPalliativNetzwerk Essen mit dem Pferdeflüstern.

 



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