Impfpriorisierung von lebensverkürzend erkrankten jungen Menschen

cse schließt sich Stellungnahme des Deutschen Kinderhospizvereins (DKHV) an

24. Februar 2021 Pflege

Die cse gGmbH schließt sich den Forderungen des Deutschen Kinderhospizvereins (DKHV) nach Impfpriorisierung von lebensverkürzend erkrankten jungen Menschen ab 16 und deren engen Bezugspersonen an, ebenso wie einer Forcierung von Studienauswertungen, um gerade vorerkrankten Kindern eine baldige Impfung zu ermöglichen.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Erkrankungen leiden oft unter Vorerkrankungen und einem geschwächtes Immunsystem. Eine Covid 19-Infektion kann für sie einen schweren, lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf bedeuten. Zur Sorge um das eigene Kind kommt die Sorge der Angehörigen, sich selbst anzustecken. Denn im Falle einer eigenen Erkrankung fallen sie erst einmal aus - als wichtige Schlüsselpersonen für Kontakte, als Vertrauenspersonen, für die emotionale Unterstützung und als Garanten für die pflegerische Versorgung ihres Kindes. 

Vor diesem Hintergrund schließt sich die cse der „Stellungnahme des DKHV zur COVID 19-Impfstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter besonderer Berücksichtigung von jungen Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung und ihrem Umfeld“ vorbehaltlos an. Familienmitglieder und weitere enge Unterstützer wie zum Beispiel Inklusionsfachkräfte sowie erkrankte junge Menschen ab 16 Jahre benötigen den größtmöglichen Schutz durch eine hohe Impfpriorisierung. Es gilt, Studien mit Aussagen zur Impfstoffverträglichkeit von Kindern unter 16 Jahren, insbesondere von Kindern mit schweren Vorerkrankungen, voranzutreiben.

„Familien versuchen, ihre Kinder so gut wie möglich vor einer Ansteckung zu schützen. Momentan bedeutet das für alle Angehörigen: Reduktion der sozialen Kontakte auf ein notwendiges Minimum und innerfamiliäre Abstandsregeln, um das Ansteckungsrisiko gegenüber dem erkrankten Kind so gut es geht zu minimieren“, so Wilma Neuwirth, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes der cse im KinderPalliativNetzwerk Essen (KPN). Seit nun einem Jahr findet für viele Familienmitglieder gesellschaftliches Leben kaum noch statt. Andererseits möchten Eltern ihren Kindern, die aufgrund ihrer Erkrankung voraussichtlich das Erwachsenenalter nicht erreichen werden, eine hohe Lebensqualität in der ihnen verbleibenden Zeit ermöglichen. 

Bislang wurde die Gruppe der genannten Personen im gesellschaftlichen Diskurs und in den Verordnungen insbesondere zur Impfpriorisierung kaum thematisiert. Tests und Impfungen für Hospizmitarbeiterinnen und –mitarbeiter sind eine erste Erleichterung, denn mit einem höheren Grad an Sicherheit können diese wieder mehr vor Ort ihre Begleitungen durchführen und den Familien ein umfangreicheres Begleitungs- und Unterstützungsangebot machen. Damit wieder etwas mehr Schutz und Alltag in das Familienleben kommen kann, muss die schnellstmögliche Impfung der Angehörigen und engen Kontaktpersonen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer lebensverkürzenden Erkrankung sowie der erkrankten jungen Menschen ab 16 Jahre an erster Stelle stehen.

Über den Ambulanten Kinderhospizdienst im KinderPalliativNetzwerk Essen
Seit 15 Jahren unterstützen und entlasten ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulanten Kinderhospizdienstes im KinderPalliativNetzwerk Essen betroffene Familien in Essen, Mülheim, Gelsenkirchen, Bochum, Herne und Bottrop. Im Kinderhospizdienst sind aktuell 58 Ehrenamtliche tätig. Diese Kinderhospizbegleiterinnen und Kinderhospizbegleiter haben alle einen 120 stündigen Kurs zur Vorbereitung auf Kinderhospizarbeit und Begleitung von Familien absolviert. Aktuell werden 37 Familien ehrenamtlich begleitet. 

 


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